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Junge Menschen, die einen Teil ihres Lebens in einer stationären Einrichtung der Jugendhilfe oder in einer Pflegefamilie verbracht haben, stehen vor großen Herausforderungen, wenn sie diese verlassen. Ihr Weg zur Selbstbestimmung verläuft anders als bei den meisten jungen Menschen.

Und das hat viel mit Strukturen und Spielregeln zu tun: Strukturen, die Beteiligung erschweren und (Spiel-)Regeln, die intransparent und teils unfair sind.

Anna Kücking und Silvia Haßmann-Vey haben mit uns einen Blick auf diese Strukturen geworfen und uns aufgezeigt, was es braucht, um der Diskriminierung von Pflegekindern und Careleaver*innen entgegenzuwirken: in erster Linie echte Beteiligung.

Warum ist das ein Thema für uns?

Pflegekinder sind aufgrund struktureller Bedingungen besonders gefährdet, Armut zu erfahren. Auch über diese Bedingungen haben wir gesprochen: Warum geben wir eigentlich nicht mehr Geld dafür aus, die Familien zu stärken, damit sie besser für ihre Kinder sorgen können? Warum stammt ein Großteil der Kinder in Obhut aus armutsbetroffenen Familien?

Und: Intransparente Spielregeln gibt es überall. Wir haben mit Anna und Silvia diskutiert:

  • Wie können wir Spielregeln so verändern, dass sie allen Mitspielenden zugutekommen?
  • Wie bekommen wir es hin, dass die Hauptfiguren mitentscheiden können, nach welchen Regeln gespielt wird?
  • Wie gelingt es, trotz Machtgefälle im System ein faires Spiel zu spielen?

Silvia Haßmann-Vey ist Geschäftsführerin des Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. Sie hat über die rechtliche Situation gesprochen und uns gezeigt, wie groß die Hürden für Beteiligung sind. Dazu hat sie uns den sehr berührenden und wütend machenden Film „Mein ideales Hilfeplangespräch“ gezeigt, den (ehemalige) Pflegekinder erarbeitet haben.

Anna Kücking ist Beisitzende im Vorstand von Careleaver e.V. Sie hat das Thema aus dieser Perspektive der Selbstorganisation gerahmt und verdeutlicht, wie eng es mit Klassismus verknüpft ist. Dazu hat sie nicht nur theoretische Grundlagen geteilt, sondern sehr eindrückliche Zitate von Careleaver*innen mitgebracht. Und sie hat ganz konkrete politische Forderungen gestellt.

Wir gehen berührt und nachdenklich aus der Diskussion, an der sich viele engagierte Personen aus den unterschiedlichsten Feldern beteiligt haben. Das ist es, was uns stärkt und was wir mit dieser Reihe erreichen möchten: Überall in den Strukturen engagieren sich Menschen, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Wir alle haben Gestaltungsmacht – nutzen wir sie, um die Regeln zu verändern. So, dass sie ungleiche Bedingungen ausgleichen, statt sie zu verschärfen.

Vielen Dank an Anna und Silvia und an alle, die sich gezeigt und beteiligt haben!