Berlin: Wir müssen reden

und zwar miteinander

Was brauchen Familien? Was muss von wem getan werden? Die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Familien in Armutslagen liegt in der Verantwortung von Politik und Verwaltung – und zwar bereichsübergreifend. Hier setzt die Berliner Strategie gegen Kinder- und Familienarmut an.

„Kinder- und Familienarmut bedeutet immer fehlende Teilhabe. Das darf nicht so bleiben.

Um die Chancengerechtigkeit für junge Menschen und Familien zu verbessern, braucht es –jenseits von besseren Rahmenbedingungen durch den Bund – eine abgestimmte Strategie von
Land und Bezirken.

Gerade in unserem Bezirk Mitte mit seinen vielfältigen Ortsteilen haben wir sehr unterschiedliche Unterstützungsbedarfe. Deshalb sind koordinierte Maßnahmen und ein breites Angebot notwendig, um die Menschen zu erreichen, die Unterstützung am meisten benötigen.

Als Bezirk setzen wir uns daher insbesondere für Alleinerziehende, Familien im SGB II-Bezug und kinderreiche Familien ein.“
Christoph Keller (Die Linke)
Bezirksstadtrat für die Abteilung Jugend, Familie und Gesundheit im Bezirksamt Mitte von Berlin
„Kinder- und Familienarmut bedeutet immer fehlende Teilhabe. Das darf nicht so bleiben.

Um die Chancengerechtigkeit für junge Menschen und Familien zu verbessern, braucht es
–jenseits von besseren Rahmenbedingungen durch den Bund –
eine abgestimmte Strategie von Land und Bezirken.

Gerade in unserem Bezirk Mitte mit seinen vielfältigen Ortsteilen haben wir sehr unterschiedliche Unterstützungsbedarfe. Deshalb sind koordinierte Maßnahmen und ein breites Angebot notwendig, um die Menschen zu erreichen, die Unterstützung am meisten benötigen.

Als Bezirk setzen wir uns daher insbesondere für Alleinerziehende,
Familien im SGB II-Bezug und kinderreiche Familien ein.“
"Mich beschäftigt schon seit langem, wie wir gerade Familien, die vielfältigen Belastungen ausgesetzt sind, besser erreichen und mit noch passgenaueren Hilfen bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützen und begleiten können.

Der Bezirk beteiligt sich an diesem Projekt, weil es eine Chance bietet, das Gute noch besser zu machen."
Oliver Schworck (SPD)
Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung für Jugend und Gesundheit in Tempelhof-Schöneberg
"Kinderarmut macht betroffen, gerade in einem vergleichbar wohlhabenden Land wie Deutschland.
Deshalb ist es unsere Verpflichtung als Gesellschaft, Kinder und Familien zu unterstützen und Armut vorzubeugen.

Gleichzeitig müssen wir Wege aus der Armut heraus finden, indem wir den Kindern Perspektiven bieten. Bildung und individuelle Förderung sind da für mich nach wie vor die Schlüssel.
Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensverhältnissen benötigen beim Aufwachsen immer wieder Unterstützung und Förderung, das fängt bei der frühkindlichen Bildung an und geht bis hin zur späteren Berufsorientierung von Jugendlichen.

Beim Aufbau einer bezirklichen Strategie gegen Kinderarmut ist es mir deshalb wichtig, dass die erarbeiteten Maßnahmen zielgerichtet und nachhaltig sind. Denn wir dürfen die Kinder auf dem Weg ins Erwachsenenalter nicht verlieren."
Tanja Franzke (CDU)
Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, Kommissarische Bezirksstadträtin für Ordnung in Spandau
"Kinderarmut macht betroffen, gerade in einem vergleichbar wohlhabenden Land wie Deutschland. Deshalb ist es unsere Verpflichtung als Gesellschaft, Kinder und Familien zu unterstützen und Armut vorzubeugen.

Gleichzeitig müssen wir Wege aus der Armut heraus finden, indem wir den Kindern Perspektiven bieten. Bildung und individuelle Förderung sind da für mich nach wie vor die Schlüssel. Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensverhältnissen benötigen beim Aufwachsen immer wieder Unterstützung und Förderung, das fängt bei der frühkindlichen Bildung an und geht bis hin zur späteren Berufsorientierung von Jugendlichen.

Beim Aufbau einer bezirklichen Strategie gegen Kinderarmut ist es mir deshalb wichtig, dass die erarbeiteten Maßnahmen zielgerichtet und nachhaltig sind. Denn wir dürfen die Kinder auf dem Weg ins Erwachsenenalter nicht verlieren."
"Die Berliner Strategie gegen Kinderarmut ist ein umfassend vorbereiteter Prozess, der viele Akteure im Land Berlin einbezieht, denn das Thema ist komplex.

Kinder sind von Armut in ihren Familien besonders betroffen, denn Sie erfahren gesellschaftliche Ausgrenzungen, oft ohne die Hintergründe zu verstehen. Gerade in einem Bezirk wie Steglitz-Zehlendorf werden gesellschaftliche Unterschiede sichtbar, der gute Sozialindex gilt zwar für den gesamten Bezirk, aber eben nicht für alle Regionen.

Der hohe Anteil von Alleinerziehenden ist schon jetzt ein Fokus unserer Arbeit, diese Ein-Eltern-Familien spüren deutlich mehr Unterstützung in ihrer Situation. Für die Zukunft gilt: Es ist Aufgabe der Politik, durch gezielte Prävention zum Beispiel die Gesundheitsversorgung von Familien und Kindern zu verbessern. Es ist Aufgabe der Politik zu verhindern, dass Familien in Wohnungslosigkeit geraten und es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, das nicht durch Diskriminierung Bildungschancen verhindert werden.

Wir möchten noch mehr dazu beitragen, dass alle Kinder in unserem Bezirk sicher, gesund und unbeschwert aufwachsen können und sehen uns im Rahmen der Berliner Strategie darin bestärkt. "
Carolina Böhm (SPD)
Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit in Steglitz-Zehlendorf
"Die Berliner Strategie gegen Kinderarmut ist ein umfassend
vorbereiteter Prozess, der viele Akteure im Land Berlin einbezieht, denn das Thema ist komplex.

Kinder sind von Armut in ihren Familien besonders betroffen, denn Sie erfahren gesellschaftliche Ausgrenzungen, oft ohne die Hintergründe zu verstehen. Gerade in einem Bezirk wie
Steglitz-Zehlendorf werden gesellschaftliche Unterschiede sichtbar, der gute Sozialindex gilt zwar für den gesamten Bezirk, aber eben nicht für alle Regionen.

Der hohe Anteil von Alleinerziehenden ist schon jetzt ein Fokus unserer Arbeit, diese Ein-Eltern-Familien spüren deutlich mehr Unterstützung in ihrer Situation. Für die Zukunft gilt:
Es ist Aufgabe der Politik, durch gezielte Prävention zum Beispiel die Gesundheitsversorgung von Familien und Kindern zu verbessern. Es ist Aufgabe der Politik zu verhindern, dass Familien in Wohnungslosigkeit geraten und es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, das nicht durch Diskriminierung Bildungschancen verhindert werden.

Wir möchten noch mehr dazu beitragen, dass alle Kinder in unserem Bezirk sicher, gesund und unbeschwert aufwachsen können und sehen uns im Rahmen der Berliner Strategie darin bestärkt. "
"Armut endet nicht an der Bezirksgrenze. Darum begrüßen wir den Ansatz der Landeskommission sehr, einheitliche Übersichten, Strukturen und Analysen zu den zahlreichen geplanten Maßnahmen zu schaffen.

Mit der Landesstrategie gegen Kinder- und Familienarmut haben sich das Land Berlin und die Bezirke auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Somit hat Berlin eine solide Grundlage, effektiv und präventiv die Situation von Familien und Kindern mit Armutserfahrung zu verbessern.

Das Bezirksamt Pankow entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Projekt MitWirkung eine Integrierte Bezirkliche Strategie und komplementäre Strukturen zur Prävention von Kinder- und Familienarmut"
Rona Tietje (SPD)
Bezirksstadträtin für Jugend und Familie in Pankow
"Armut endet nicht an der Bezirksgrenze. Darum begrüßen wir den Ansatz der Landeskommission sehr, einheitliche Übersichten, Strukturen und Analysen zu den zahlreichen geplanten Maßnahmen zu schaffen.

Mit der Landesstrategie gegen Kinder- und Familienarmut haben sich das Land Berlin und die Bezirke auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Somit hat Berlin eine solide Grundlage, effektiv und präventiv die Situation von Familien und Kindern mit Armutserfahrung zu verbessern.

Das Bezirksamt Pankow entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Projekt MitWirkung eine Integrierte Bezirkliche Strategie und komplementäre Strukturen zur Prävention von Kinder- und Familienarmut"
"Kinderarmut ist im Bezirk Reinickendorf existent. Armut grenzt vor allem Kinder aus und hindert sie daran, unbeschwert ins Leben zu starten.

Ich sehe mich in meiner Funktion als Bezirksstadtrat für Jugend und Familie in der Verantwortung Strategien zu entwickeln, um präventiv Kinder- und Familienarmut im Bezirk Reinickendorf entgegenzuwirken. Dafür braucht es vor allem finanzielle Mittel und gut funktionierende Netzwerke.

Ich freue mich, im Bezirk Reinickendorf auf bereits bestehende Strukturen aus Jugendamt, Gesundheitsamt, freien Trägern, Schulen, Kindertageseinrichtungen und kirchlichen Organisationen zurückgreifen zu können.

Nun gilt es diese Kompetenzen zu bündeln und Präventionsketten zu bilden, um gemeinschaftlich Kindern ein gutes Aufwachsen und Teilhabechancen zu ermöglichen."
Alexander Ewers (SPD)
Bezirksstadtrat für Jugend und Familie in Reinickendorf
"Kinderarmut ist im Bezirk Reinickendorf existent. Armut grenzt vor allem Kinder aus und hindert sie daran, unbeschwert ins Leben zu starten.

Ich sehe mich in meiner Funktion als Bezirksstadtrat für Jugend und Familie in der Verantwortung Strategien zu entwickeln, um präventiv Kinder- und Familienarmut im Bezirk Reinickendorf entgegenzuwirken. Dafür braucht es vor allem finanzielle Mittel und gut funktionierende Netzwerke.

Ich freue mich, im Bezirk Reinickendorf auf bereits bestehende Strukturen aus Jugendamt, Gesundheitsamt, freien Trägern, Schulen, Kindertageseinrichtungen und kirchlichen Organisationen zurückgreifen zu können.

Nun gilt es diese Kompetenzen zu bündeln und Präventionsketten zu bilden, um gemeinschaftlich Kindern ein gutes Aufwachsen und Teilhabechancen zu ermöglichen."
"Jedem Kind eine Perspektive – Das ist unsere Handlungsmaxime!

2019 hat sich Lichtenberg als erster Bezirk in Berlin auf den Weg gemacht, eine Strategie gegen Kinderarmut zu entwickeln. Seitdem haben wir hier vor Ort viel erreicht, aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns. Und so begleitet uns die Frage, was wir hier im Bezirk tun können, um das Leben von Armut betroffener Kinder und Jugendlicher spürbar besser zu machen.

Das Pilotprojekt der Schulgesundheitsfachkräfte hat der Bezirk etabliert, die digitale Kinderstadt steht in den Startlöchern und wir haben Schulungen bei Trägern und Vereinen etabliert, damit diese besser über Möglichkeiten des Bildungs- und Teilhabepakets informieren können. Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft arbeiten wir aktiv daran, konkrete Ideen im Rahmenunserer bezirklichen Möglichkeiten umzusetzen.

Diese Zusammenarbeit möchten wir gern gemeinsam mit den anderen Bezirken ausbauen.
Ich bin überzeugt, nur so bilden wir die Grundlage, um allen Kindern eine bessere Zukunft und Chancengleichheit ermöglichen."
Camilla Schuler (Die Linke)
Stv. Bezirksbürgermeisterin
Bezirksstadträtin für Jugend und Familie;
Stadtentwicklung, Bauen und Facility Management
"Jedem Kind eine Perspektive – Das ist unsere Handlungsmaxime!

2019 hat sich Lichtenberg als erster Bezirk in Berlin auf den Weg gemacht, eine Strategie gegen Kinderarmut zu entwickeln.
Seitdem haben wir hier vor Ort viel erreicht, aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns. Und so begleitet uns die Frage, was wir hier im Bezirk tun können, um das Leben von Armut betroffener Kinder und Jugendlicher spürbar besser zu machen.

Das Pilotprojekt der Schulgesundheitsfachkräfte hat der Bezirk etabliert, die digitale Kinderstadt steht in den Startlöchern und wir haben Schulungen bei Trägern und Vereinen etabliert, damit diese besser über Möglichkeiten des Bildungs- und Teilhabepakets informieren können. Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft arbeiten wir aktiv daran, konkrete Ideen im Rahmen unserer bezirklichen Möglichkeiten umzusetzen.

Diese Zusammenarbeit möchten wir gern gemeinsam mit den anderen Bezirken ausbauen. Ich bin überzeugt, nur so bilden wir die Grundlage, um allen Kindern eine bessere Zukunft und Chancengleichheit ermöglichen."
"Viele Kinder in Neukölln wachsen arm auf. In manchen Kiezen sogar die Mehrheit. In einem reichen Land wie Deutschland dürfte es das gar nicht geben.

Ich bin froh, dass wir uns nun noch stärker als bisher dem Thema Kinderarmut widmen und gemeinsam mit MitWirkung Teilhabe stärken werden.

Das Bezirksamt Neukölln setzt sich dafür ein, dass Kinder und Familien in Armutslagen gleiche Chancen auf Gesundheit, Bildung und soziale Teilhabe haben."
Sarah Nagel (Die Linke)
Bezirksstadträtin für den Geschäftsbereich Jugend in Neukölln
„Kinder- und Familienarmut bedeutet immer fehlende Teilhabe. Das darf nicht so bleiben.

Um die Chancengerechtigkeit für junge Menschen und Familien zu verbessern, braucht es
–jenseits von besseren Rahmenbedingungen durch den Bund –
eine abgestimmte Strategie von Land und Bezirken.

Gerade in unserem Bezirk Mitte mit seinen vielfältigen Ortsteilen haben wir sehr unterschiedliche Unterstützungsbedarfe. Deshalb sind koordinierte Maßnahmen und ein breites Angebot notwendig, um die Menschen zu erreichen, die Unterstützung am meisten benötigen.

Als Bezirk setzen wir uns daher insbesondere für Alleinerziehende,
Familien im SGB II-Bezug und kinderreiche Familien ein.“
"Jedes vierte Kind in Marzahn-Hellersdorf wächst in Armut auf. Armut bedeutet häufig, von Teilhabe an guter Gesundheitsversorgung, Freizeitaktivitäten und guter Bildung ausgeschlossen zu sein. Sie kann Menschen ein Leben lang prägen.

Ich sehe es als einer unserer Hauptaufgaben an, die Chancen dieser Kinder und Jugendlichen auf ein glückliches und gesundes Aufwachsen zu verbessern. So definiert sich für mich Gerechtigkeit. Es ist nicht gerecht, dass einige Menschen durch ihre Herkunft dauerhaft und strukturell benachteiligt sind.

Um dies zu ändern, haben wir uns unter anderem dafür entschieden, die Integrierten bezirklichen Strategien (IBS) gegen Kinderarmut auf- und auszubauen. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung von Landesseite, die hoffentlich vielen unserer Familien helfen wird."
Gordon Lemm (SPD)
Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
„Kinder- und Familienarmut bedeutet immer fehlende Teilhabe. Das darf nicht so bleiben.

Um die Chancengerechtigkeit für junge Menschen und Familien zu verbessern, braucht es
–jenseits von besseren Rahmenbedingungen durch den Bund –
eine abgestimmte Strategie von Land und Bezirken.

Gerade in unserem Bezirk Mitte mit seinen vielfältigen Ortsteilen haben wir sehr unterschiedliche Unterstützungsbedarfe. Deshalb sind koordinierte Maßnahmen und ein breites Angebot notwendig, um die Menschen zu erreichen, die Unterstützung am meisten benötigen.

Als Bezirk setzen wir uns daher insbesondere für Alleinerziehende,
Familien im SGB II-Bezug und kinderreiche Familien ein.“
Sarah Nagel Gordon Lemm, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit in Marzahn-Hellersdorf Gordon Lemm, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit in Marzahn-Hellersdorf

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Kinder in Armutslagen erreichen –
eine Herausforderung für Berlin und seine Bezirke

In den Berliner Bezirken gibt es viele tolle Unterstützungsangebote für Familien. Aber: Kinder und Familien in Armutslagen – die vor allem angesprochen werden sollen – werden oft nicht erreicht oder brauchen einfach ganz andere Angebote. Hier sind Führungs- und Fachkräfte aller Bereiche gefragt, anders miteinander zu arbeiten, um die Chancen von Kindern und Familien in Armut entscheidend zu verbessern. Hier setzt die Berliner Strategie gegen Kinder- und Familienarmut an. Mit der Einrichtung der ressortübergreifenden Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut durch den Senat im Jahr 2017 wurde ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit für alle Berliner Familien erreicht. Die Kommission hat, wissenschaftlich begleitet vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS), eine gesamtstädtische Strategie erarbeitet und 2021 vorgelegt. Die Strategie fußt auf fünf zentralen Leitlinien, die den Handlungsfeldern Teilhabe, Bildung, Gesund aufwachsen und Materielle Versorgung zugeordnet sind. Hier gelangen Sie zur offiziellen Website der Landeskommission Kinder- und Familienarmut.

Doch wie werden Armut bzw. Armutsgefährdung überhaupt definiert?
In der Wissenschaft werden zwei verschiedene Berechnungen verwendet.

1) Berechnung der relativen Armut
Die relative Armut bemisst sich anhand des Medianeinkommens. Kinder gelten als armutsgefährdet, wenn sie in einem Haushalt leben, der weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat.
Im Jahr 2021 lag die Armutsgefährdungsschwelle in Deutschland

  • für einen Paar-Haushalt mit einem Kind unter 14 Jahren bei 2.066 Euro
  • für Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren bei 1.492 Euro
  • für Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1.836 Euro

2) Berechnung anhand des Leistungsbezugs
Nach dieser Definition gelten Kinder als arm, wenn sie in einem Haushalt leben, der Leistungen nach SGB II bezieht.

(Quelle: Bertelsmann-Stiftung unter Nutzung von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

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Eine Lobby für mehr Chancengleichheit

Wir verstehen uns als Lobbyist*innen für benachteiligte Kinder, Jugendliche und Familien, die im politischen Geschehen kein Gehör finden. Deshalb unterstützen wir Entscheidungsträger*innen in Politik und Verwaltung dabei, Ressourcen und Bedarfe dieser Familien in den Fokus zu nehmen und sie bei Entscheidungen über Angebote und Maßnahmen zu beteiligen.

Andrea Möllmann-Bardak
Projektleitung MitWirkung

Wir begleiten die Umsetzung der Strategie gegen Kinderarmut in den Berliner Bezirken

Alle Berliner Bezirke haben sich der Berliner Strategie gegen Kinder- und Familienarmut angeschlossen und setzen sich dafür ein, Berliner Kindern und Familien ein Aufwachsen und Leben in Wohlergehen zu ermöglichen.

Bestehende Dienste, Leistungen, Angebote und Einrichtungen werden auf ihre Armutssensibilität und Wirkungsorientierung hin überprüft und gegebenenfalls verändert. Gutes soll weiterentwickelt und verbreitet werden, Lücken sollen geschlossen werden.

Was heißt das konkret?

  • Die Verwaltungen werden armutssensibel

Eine armutssensible Verwaltung ist von Einfühlungsvermögen, Wertschätzung und Respekt gegenüber armutsbetroffenen Menschen und ihren Lebenslagen geprägt. Armutssensibilität zeigt sich als Haltung im persönlichen Handeln, aber auch in der Organisation und Struktur von Organisationen. Sie wirkt sich auf Konzepte und Vorschriften aus, auf die Gestaltung von Zugängen und Teilhabemöglichkeiten. (Siehe Gerda Holz: Stärkung der Armutssensibilität)

  • Alle Angebote werden wirkungsorientiert ausgerichtet

Guter Wille allein reicht nicht aus: Die Angebote müssen auch bei denjenigen ankommen, für die sie gedacht sind. Wirkungsorientiertes Arbeiten bedeutet, bei jedem Schritt die Zielgruppen im Auge zu behalten: Entspricht das Angebot wirklich den Bedarfen? Nutze ich die richtige Ansprache? Wie erfahren die Menschen von den Angeboten? Und was wird sich dadurch verändern? Woran erkenne ich diese Veränderung? (Siehe Phineo: Kursbuch Wirkung.)

Im Rahmen der Berliner Strategie gegen Kinder- und Familienarmut und übernehmen wir als Team des Projekts „MitWirkung – Perspektiven für Familien“ die Prozessbegleitung der 12 Bezirke beim Auf- und Ausbau ihrer Integrierten bezirklichen Strategien.

Diese Prinzipien leiten uns bei der Prozessbegleitung:

  • Veränderung findet nur in der Instabilität statt.
  • Die Lösungen liegen im System.
  • Konsequent vom Ergebnis/von den Nutzer*innen her denken und handeln: Dann entwickeln sich auch Strukturen und Prozesse.
  • Probleme sind zu würdigen, aber nicht: sich in der Problemtrance verlieren.
  • Nutzen, was da ist – und nicht zu kompliziert denken.
  • Systemischer Blick: Es geht um Ko-Kreation, Ko-Konstruktion, Ko-Operation, Ko-Ordination und Ko-Valuation…

Wir alle haben im Team eine Ausbildung (oder sind in Ausbildung) zur Systemischen Beraterin bzw. Organisationsentwicklerin.

Genauere Informationen zu unseren Leistungen finden Sie unter Angebot.

Veränderungsprozesse in Verwaltungen anstoßen

Unsere Arbeitsweise muss sich grundlegend ändern, damit alle Kinder die gleichen Chancen haben. Alle Kinder müssen in allen Bereichen mitgedacht werden – und Ungleiches muss ungleich behandelt werden. Das heißt auch: ALLE Angebote müssen so gestaltet werden, dass sie bei den Familien in Armutslagen ankommen und dazu beitragen, Ungleichheit abzubauen. Dazu braucht es eine veränderte Haltung, die von Armutssensibilität und dem Blick auf Wirkung geprägt ist.

Und es braucht ein vernetztes Denken und ressortübergreifendes Handeln: Kein Fachbereich allein kann diese große Herausforderung stemmen. Wir möchten dazu beitragen, dass sich Fach- und Führungskräfte aller Fachbereiche als Teile eines vernetzten Systems verstehen und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Deshalb fördern wir die Vernetzung und den Austausch untereinander. Denn zusammen können wir Veränderungsprozesse in Verwaltungen anstoßen, die einen positiven Effekt auf Familien in Armutslagen haben.

Photo by Markus Spiske on Unsplash

Mehr erfahren und gemeinsam handeln?

Sie sind Politiker*in und wollen sich gegen (die Folgen von) Kinder- und Familienarmut einsetzen? Sie sind Fach- oder Führungskraft in einer Berliner Verwaltung und möchten Veränderungsprozesse in Gang bringen? Sie sind Mitstreiter*in für das Thema und möchten sich vernetzen?

Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

030 – 44 31 90 67

mitwirkung@gesundheitbb.de