In loser Folge stellen wir die Personen vor, die in den Berliner Bezirken integrierte Strategien zur Prävention von Kinder- und Familienarmut auf- und ausbauen. Cindy Franke ist Koordinatorin für Kinder- und Familienarmutsprävention in Reinickendorf.
Was ist deine liebste Kinderbuchfigur und was magst du an ihr?
Pippi Langstrumpf – für mich verkörpert sie vor allem Selbstbestimmtheit. Das hat mir bereits als Kind imponiert. Sie ist ein starkes Mädchen, das sich gegen Erwachsene auflehnt und das Machtverhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen ins Wanken bringt. Die Abenteuer, die sie erlebt, bringen immer wieder neue Herausforderungen mit sich, für die Pippi Lösungen findet. Nichts scheint unmöglich. Außerdem gefällt mir ihr Sinn für Gerechtigkeit.
Warum hast du die Koordination der Kinderarmutsprävention in Reinickendorf übernommen? Was gefällt dir an dieser Rolle?
Nach meinen ersten Berührungspunkten mit der Rolle stand für mich fest, das ist es.
In diesem Job kann ich nicht nur meine bisherigen Erfahrungen im Jugendamt, an einer Berliner Berufsschule, in der Wissenschaft und in einer Bank hervorragend einbringen, sondern auch viel Neues lernen und eigene Ideen umsetzen. Die Themen der Kinder- und Familienarmutsprävention sind so vielfältig und kommen häufig zu kurz. Es ist wichtig, mithilfe der Rolle immer wieder den Finger in die Wunde zu legen und auf Missstände und Herausforderungen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig bewegen wir uns im bezirklichen Verwaltungshandeln: Hier werden viele wichtige Entscheidungen getroffen, die sich unmittelbar auf das Zusammenleben im Bezirk auswirken und Einfluss darauf haben, wer wie teilhaben kann.
Mir gefällt sehr, dass ich eine Vernetzungsrolle einnehme, an vielfältigen Themen mitarbeite und mich für Kinder, Jugendliche und Familien einsetzen kann, die in ihren Möglichkeiten von bestehenden Strukturen benachteiligt werden. Diese strukturelle Benachteiligung abzubauen ist mein Antrieb.
Was ist deine Vision für den Bezirk? Was soll in 5 Jahren anders sein?
Meine Vision für den Bezirk ist, dass Kinder- und Familienarmutsprävention kein Randthema mehr ist und dass ein Großteil der hier arbeitenden und lebenden Menschen verstanden hat, dass Armutsprävention uns alle angeht. Denn eine Gesellschaft, ob im Großen oder Kleinen, wird vor allem durch soziale, materielle, gesundheitliche und kulturelle Ungleichheiten geschwächt. Das gilt es zu verhindern.





