In loser Folge stellen wir die Personen vor, die in den Berliner Bezirken integrierte Strategien zur Prävention von Kinder- und Familienarmut auf- und ausbauen. Brigitte Rappert ist Koordinatorin für Kinder- und Familienarmutsprävention in Steglitz-Zehlendorf.

Was ist deine liebste Kinderbuchfigur und was magst du an ihr?
Ich mochte die Bücher von Enid Blyton und besonders die Detektivgeschichten „Geheimnis um…“ sehr gerne. Der Anführer der Kinderdetektive ist Dicki, und er hat den Namen, weil er dicklich ist. Mit ihm konnte ich mich identifizieren, weil ich auch immer dicker war als meine Mitschüler*innen. Er ist aber Anführer geworden, weil er der schlauste von allen und völlig unbeeindruckt von den Zuschreibungen der anderen war. Dieses Selbstbewusstsein hat mir gefallen, und seine körperliche Statur spielte keine Rolle mehr. Und er war sogar schlauer als die Polizei…

Warum hast du die Koordination der Kinderarmutsprävention in Steglitz-Zehlendorf übernommen? Was gefällt dir an dieser Rolle?
Ich habe vorher bei einem freien Träger für die Familienförderung gearbeitet. Meine heutigen Themen waren mir bereits in dieser Rolle sehr wichtig. Allerdings war mein Wirkungskreis sehr klein. Heute ist das anders, ich arbeite mit vielen Menschen zusammen, die in den gesamten Bezirk hineinwirken. Die Kinderarmutsperspektive mitzudenken und anzuregen, dass Konzepte, Planungen und Veranstaltungen an die Bedürfnisse armutserfahrener Familien angepasst werden, macht viel Spaß. Es ist auch deshalb so großartig, weil ich sowohl in der Verwaltung als auch bei den freien Trägern auf so viele engagierte Menschen treffe, die das gleiche Ziel haben. Ich arbeite sehr gerne mit ihnen zusammen. Meine Rolle ist es, dieses Engagement zu bündeln, um individuelle Notlagen zu lindern, aber vor allem, um strukturelle Barrieren zu erkennen. Ich weiß, dass sich für Familien mit wenig Geld in einem reichen Bezirk etwas zum Positiven ändern kann und wird.

Was ist deine Vision für den Bezirk? Was soll in 5 Jahren anders sein?
Orte, an denen Familien mit Kindern leben, werden im ganzen Bezirk lebenswerte Orte sein, denn die Familien mit wenig Einkommen treffen überall auf armutssensible Fachkräfte, die ihnen auf Augenhöhe begegnen. Sie werden kompetent beraten oder an die Hand genommen, damit unsere vielfältigen Familienleistungen für alle im Bezirk niedrigschwellig zu erreichen sind. Die Teilhabe daran wird dann selbstverständlich sein.