Über 60 Personen haben am 22. Juli mit uns und mit Sebastian Klein angeregt darüber diskutiert, wie der Besitz in Deutschland verteilt ist, was das Problematische daran ist und was wir tun können, um für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen.
Im Vorfeld der Veranstaltung haben wir bemerkt, dass die Themensetzung durchaus Irritation ausgelöst hat. Die Ankündigung löste Fragen aus wie:
- Was hat Überreichtum mit Armutsprävention zu tun?
- Gehört es wirklich in unseren Aufgabenbereich, über Steuerpolitik zu sprechen?
- Ist es wirklich hilfreich, so negativ über Menschen zu sprechen, die sehr viel besitzen?
Wir finden: Überreichtum (oder toxischer Reichtum, wie Sebastian Klein es formuliert) ist die Kehrseite von Armut. Geld ist in Deutschland im Übermaß vorhanden. Es ist nur nicht so verteilt, dass der Staat darüber verfügen kann, um Schulen, Kindertagesstätten und Freizeiteinrichtungen für ALLE Kinder auskömmlich zu finanzieren. Und diese Tatsache geht auf politische Entscheidungen zurück.
In der Veranstaltung haben wir gehört, dass es nach dem zweiten Weltkrieg eine Vermögenssteuer von 50 % gab und dass die Vermögenssteuer in den 1990er Jahren komplett ausgesetzt wurde. Seither sind dem Staat Milliarden Euro an Steuergeldern verloren gegangen.
Diese Fakten möchten wir den üblichen Diskussionen über die Kosten von Bürgergeld oder der Kindergrundsicherung an die Seite stellen. Denn wenn wir über Armut sprechen, gehört dieses Wissen dazu: Gesellschaftliche Verhältnisse sind nicht einfach so da, sie sind das Resultat von Handlungen. Und wir können sie demnach auch verändern. Dazu brauchen wir Mut, Wissen und Verbündete. Mit unseren Veranstaltungen möchten wir zu all dem beitragen.





